Die Geschichte des Vereins

oder

Der Weg vom Nappo- Club 1949, den kegelnden Narren, zu der Hechtsheimer Dragoner Garde

 

  • 1949 gründeten einige junge Turner und Fußballer in ihrer zweiten Heimat, dem Vereinsheim der Turngemeinde, dem "Hallchen", einen Kegelclub. Der Name war schnell gefunden. An jedem Kegelabend wurden eine Menge Nappo-Schokoladenblöcke von den Keglern verzehrt, der Nappo-Club war geboren.
  • 1951 fand als Auftakt des karnevalistischen Treibens in der Kegelstube die erste Nachthaubensitzung statt, die sich nun jährlich in veränderter Form fortsetzte.
  • 1954 wurde das närrische Treiben ausgeweitet, es kam am Fastnachtsonntag zu einem Kräftemessen zwischen einer "chinesischen" Fußballmannschaft (Nappo-Club) und den besten Fussballern der TSG.
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    Die "Chinesen" stiegen in Ihren selbstgebastelten Kostümen am Jägerhaus in die Straßenbahn und wurden an der Endstelle von den TSG’lern zu ihrer großen Überraschung von einer großen maskierten Menschenmenge begrüßt und zum Lindenplatz geleitet.
    Der Clou war die Ansprache von Adolf Licht auf chinesisch, übersetzt von Franz Lemb. Das Spiel endete 11:11.
    Die vielen Zuschauer honorierten die geleistete Arbeit der Nappo-Buben und zeigten auch ihr Interesse an der Straßenfastnacht.
  • 1955 erschienen die "Chinesen" als Marsmenschen in selbstgebastelten Raumanzügen mit einer eigens konstruierten Untertasse.
  • 1956 wurden bei der TURA (Turngemeinde/Radfahrerverein) die Sitzungen in Form von Vorträgen und vielen anderen Auftritten mitgestaltet. Auch die Bühnendekoration lag in den Händen der engagierten Kegler.
  • 1958, am 22.02., erfolgte im "Stübchen" der Sängerhalle, bei Wilhelm Stenner, die Gründung des Narren-Clubs Hechtsheim mit dem Ziel, sich ausschließlich der Fastnacht zu widmen. So wurde aus dem Kegelclub ein Karnevalclub, da von den 7 Vereinsgründern des Narren-Clubs 5 dem Nappo-Club angehörten.

Es war eine große Aufgabe, im Schatten der "Aurea Moguntia", der großen Mainzer Fassenacht, einen eigenen Fastnachtsverein in der damals noch kleinen Gemeinde Hechtsheim zu gründen. Man stand vor großen organisatorischen und finanziellen Problemen. Trotz einiger Anlaufschwierigkeiten wurde der Beginn der karnevalistischen Tätigkeiten auf den 11.11.1958 festgelegt.

  • 1959 wurde am 10.1. nach aufwendigen Vorbereitungsarbeiten und großem Einsatz aller Mitglieder der erste Maskenball unter dem Motto "Unter südlichem Himmel" durchgeführt. Im Laufe dieses und der folgenden Gründerjahre konnten weitere Mitglieder in den jungen Narren-Club aufgenommen und auch der finanzielle Rückhalt gesichert werden.
  • 1960 trat erstmals die Hauskapelle "Dream Combo" beim Maskenball unter dem Motto "Sonsoussi" auf. Sie wurde später unter dem Namen "Big Seven" besser bekannt.
    Die erste Sitzung "mit Damen" wurde mit Erfolg durchgeführt.
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  • 1961 stand der Maskenball unter dem Motto "Black and White",
    Die Maskenbälle in den Folgejahren hatten so phantasievolle Motti wie „Tanz im Aquarium“ (1962),
    „Unter Schwarzlicht“ (1963), „Zinober“ (1964), oder „Romantika“ (1965-1967).
  • 1964 erfolgte der Umzug der Veranstaltungen in die Radsporthalle Hechtsheim.
  • 1965 veranstaltete der Narren- Club Hechtsheim erstmals unter dem Motto "Bal pare" bzw. "Ball en tete" einen Rosenmontagsball und gründete somit, vielleicht völlig unbeabsichtigt, eine jahrelange erfolgreiche Tradition der Hechtsheimer Dragonergarde.
    Am 14.2.1965 wurde der Aufbau einer historischen Garde mit einem Gardekommando beschlossen. Der Beitrag für Ehrenoffiziere, die das finanzielle Rückrad der neuen Garde bilden sollten, wurde auf mind. 33,33 DM festgelegt. Das Garde-Kommando bestand aus 3 NCH und 3 HD Mitgliedern, deren Sprecher Heinz Balzer war.


Die Geschichte der Mainzer Garden geht in das 19. Jahrhundert zurück. Die Garden hatten damals zu "repräsentieren" und für "Ordnung" zu sorgen. Wo auch immer närrische Veranstaltungen, Umzüge und Sitzungen stattfanden, die Garden waren beteiligt. Die Garden sind eine närrische Persiflage des Militärs der damaligen Zeit, sie parodieren das militärische Gehabe, Strukturen und Uniformen der Festungsstadt Mainz mit den österreichischen und preußischen Garnisonstruppen. Bis auf wenige Ausnahmen haben die Garden die militärische Hierarchie, Ränge und Titel nachempfunden. Und so wurde auch für die neu zu gründende Garde ein im Mainzer Raum historischer Bezug gesucht.
Der gebürtige Hechtsheimer Mainzer Kulturdezernent Dr. Anton Maria Keim konnte mit sehr wertvollen geschichtlichen Hinweisen auf die Belagerung der Stadt Mainz im Jahr 1792 hinweisen, wonach auf der Laubenheimer Höhe Österreichische Verbände, die Erzherzog Josef Dragoner, ihre Stellungen hatten, als auch auf die Zeit als Mainz Bundesfestung war und von 1815 bis 1866 österreichische Truppen unterschiedlichster Waffengattungen in Mainz stationiert waren.
Interessant ist auch, dass es bereits 1884 und 1885 eine "Österreichische Garde" in Mainz gab. Dann aber verlieren sich die die Spuren dieser Garde.
Aufgrund von Büchern und alter Militärkarten in der Stadtbibliothek Mainz konnte man feststellen, dass der Belagerungsring über die Hechtsheimer Höhe führt und genau auf der Laubenheimer Höhe österreichische Verbände Stellung bezogen hatten, die Erzherzog Josef Dragoner. Sie führten auch den ersten Angriff auf die Stadt und nahmen dabei das wichtige Fort Weisenau ein.
Nach diesen Dragonern wolle man sich ausrichten. Über die Bauart der Uniform und den Namen der Garde war man sich noch nicht schlüssig. Die Regimenter wechselten damals sehr schnell die Uniform und auch den Namen. So hießen die Erzherzog Josef Dragoner im 19. Jahrhundert Erzherzog Albrecht Dragoner Nr. 9. Der Name der Einheiten wurde früher immer dem Namen der Regimentsführung angepasst. Plötzlich wurden aus Dragonern
Kürassiere und dann wieder Dragoner. Erst Herr Peter Wacker, nebenberuflich Berater historischer Trachtenvereine Süddeutschlands half aus der Misere. Er machte eine Farbzeichnung der Uniform mit allen Einzelheiten wonach geschneidert werden konnte. Er riet auch die Uniform um 1850 zu nehmen, da diese zu dieser Zeit bereits schmucker ausgestattet war. Die Linie der Dragoner wurde jedoch beibehalten.


Schliesslich wurde der Name der Garde auf "Hechtsheimer Dragoner" festgelegt, weil damit die Heimat und der Truppenteil angesprochen ist. Die Initialen H.D.wurden in Gold auf weißem Grund auf der Standarte geführt.

  • 1965 am 27.11. wurde von Henry Reitz die Uniform erstmals in der Generalversammlung den Mitgliedern und der Presse vorgestellt. Die von Hr. Wacker entworfene und vom Garde-Kommando gestiftete Standarte knüpfte an die alte Österreichisch/ Ungarische Tradition an.
  • 1966 fand ein Empfang der Ehrenoffiziere in der Radsporthalle statt. Ernennungsurkunde und "Garde-Kapp" wurden den neuen Ehrenoffizieren überreicht. Bild "1966b.jpg"Die ersten drei Gardisten mit den neuen Uniformen und das ebenfalls neu aufgestellte Garde-Ballett konnten vorgestellt werden. Als neuer Gardemarsch wurde der Hoch- und Deutschmeistermarsch gespielt und der Schlachtruf lautete "Dragoner Voraus". Besonders die Anwesenheit des Offizierskorps der Füsilier-Garde aus Gonsenheim war für die neue Garde eine besondere Ehre. Auch der Hechtsheimer Bürgermeister Heinrich Dreibus dokumentierte mit seiner Anwesenheit die Verbundenheit mit den Hechtsheimer Bürgern und der Gemeinde Hechtsheim. Das erste aktive Auftreten der Dragoner fand, wie geplant, in der Sitzung mit Damen des Narren-Clubs Hechtsheim am 5. Februar 1966 statt.
  • 1967 am Rosenmontag, den 6.2., war unsere Garde erstmalig im weltberühmten Mainzer Rosenmontagszug zu sehen. Das Standartenkorps wurde von Major Seppel von Fluhr geführt. Der Spielmannszug unter Leitung des Stabführers Major Kurt von Reitz und seines Vertreters Hauptmann Ludwig von Reitz. Der Fanfarenzug der HD wurde gegründet.
  • 1969 wurde das 11 jährige Jubiläum des Narren-Club gefeiert.
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  • 1970 Teilnahme des Fanfarenzuges am 19./20.9.1970 am Musikfestival der Stadt Antwerpen in Belgien. Mehrfache Auszeichnung für gute Leistungen.
    Erstmals steig die Anzahl der Gardisten über 100 am Rosenmontagszug.
    Umbenennung des Vereines in "Narrenclub Hechtsheim - Hechtsheimer Dragoner".
  • 1972 Aufstellung eines Reiter-Corps unter Kommandeur Fritz Holl.
  • 1974 gründete sich das Hörner- und Fanfarencorps der Dragoner, das sich zum Teil aus dem bisherigen Fanfarenzug und anderen musikalisch Interessierten bildete.
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    Ausserdem wurde in diesem Jahr erstmals eine Seniorensitzung im kurfürstlichen Schloss zu Mainz durchgeführt und damit eine Tradition geschaffen, die bis heute ein fester Bestandteil der Sitzungen der Hechtsheimer Dragoner ist.
  • 1976 konnte der Musikzug aus Stockstadt gewonnen werden, der bis heute auf dem Ehrenoffiziersempfang für den musikalischen Teil verantwortlich ist und auch seither am Rosenmontagsumzug teilnimmt.
  • 1977 besuchte eine Abordnung der Dragoner die Stadt Stegersbach im Burgenland. Auch die Entwicklung der Saalfastnacht machte weiterhin gute Fortschritte.
  • 1981 wurde eine Sitzung mit Masken am Fastnachtsamstag durchgeführt und die neu gegründete Gesangsgruppe, die "Dragoner Madl" traten in den Sitzungen auf.
  • 1982 erfolgte die Kampagneeröffnung im Autohaus Karl und Co. Im Rosenmontagszug marschierten mehr als 200 Dragoner mit. Aber auch außerhalb der Kampagne entwickelte sich ein reges "Dragonerleben".
  • 1987 wurde für die kleinen und jüngsten Dragoner, das Kadettencorps, eine Standarte gestiftet.

In den Folgejahren wurden zahlreiche Kontakte zu Städten im In- und Ausland hergestellt und gepflegt:

  • 1988 Besuch einer Abordnung aus Millstadt in Kärnten.
  • 1990 Eine Abordnung der HD besucht Metz in Frankreich.
  • 1992 Beteiligung am 90 jährigen Jubiläum der Rhenania in Kiel.
  • 1993 vertrat das Hörner- und Fanfarencorps die Farben der Stadt Mainz in Neuwied beim Rheinland-Pfalz-Tag.
  • 1994 Vergrößerung der Garde um eine weitere Abteilung, das Infanterie-Corps.

Diese umfangsreichen und auch sehr vielseitigen Aktivitäten der Hechtsheimer Dragoner wurden nun auch in einer
neuen Satzung und Namensänderung umgesetzt. Aus dem Narrenclub Hechtsheim-Hechtsheimer Dragoner wurde nun Hechtsheimer Dragoner Garde- Narrenclub Hechtsheim. Auch die folgenden Jahre waren durch neue Aktivitäten und Neugründungen geprägt:

  • 1996 fand die erste Sitzung "Alt-Hexem" gemeinsam mit dem RV 1910 in der Radsporthalle statt.
  • 1997 wurden die Ehreneskadron und das Artilleriecorps gegründet.
  • 1998 ging ein langer Wunsch vieler weiblicher Mitglieder der Garde in Erfüllung: Das Amazonen-Corps wurde aufgestellt.
  • 1999 Fahrt nach Wien mit Besuch des heeresgeschichtlichen Museums.

Die vielen Aktivitäten während und auch außerhalb der Kampagne, die Vergrößerung der Garde, neue Abteilungen
und Strukturen manivestierten sich letztlich auch in der Satzung und Namensgebung des Vereins:

  • 2001 erfolgte eine erneute Umbenennung in "Hechtsheimer Dragoner Garde 1958 e.V."
  • 2002 Die Verbindungen nach Österreich wurden mit dem Besuch der Artillerie-Traditons-Kapelle "von- der Groeben" aus Feldbach/Steiermark weiter ausgebaut. Erstmals zu Gast bei den Hechtsheimer Dragonern und der Mainzer Fastnacht wurde das Hörner- und Fanfarencorps noch im gleichen Jahr zu einem Gegenbesuch in Österreich eingeladen.
    In diesem Jahr griff man auch eine „Alte Idee“ auf: Ein lebensgroßer Dragoner sollte in Bronze gegossen und in Hechtsheim aufgestellt werden.
  • 2003 , am 23.05., war es dann soweit: Der bronzene Dragoner wurde an der Grünanlage zwischen Feuerwehr und Endhaltestelle der Straßenbahn in Hechtsheim aufgestellt.
    Das Hörner- und Fanfarencorps feierte sein 25 jähriges Bestehen und veranstaltete, auch inspiriert durch den Besuch in Feldbach, sein erstes Musikfest. Die Festveranstaltung fand mit befreundeten Musikkapellen im Karthäuserhof statt.
    In diesem Jahr nahm die Garde erstmals an der traditionellen Kappenfahrt am Fastnachtsdienstag mit 10 Fahrzeugen teil.
  • 2004 wurde eine neue Fahne für das Artillerie Corps gestiftet und im Rahmen einer Feierstunde übergeben.
  • 2006 fand das 2. Musikfest statt.
  • 2007 wurde die bisherige Sitzung "Alt-Hexem" neu konzipiert und als Veranstaltung der Garde im Bürgerhaus durchgeführt.
  • 2008: Im 50. Jubiläumsjahr ist sich die Hechtsheimer Dragoner-Garde ihrer Tradition bewusst und führt diese in der Saalfastnacht weiterhin fort. Die Seniorensondersitzung fand erstmals im Bürgerhaus Hechtsheim statt und wurde aufgrund der Anzahl der Plätze 2 mal veranstaltet. Insgesamt wurden 5 Sitzungen und der traditionelle Kindermaskenball veranstaltet. Aufgrund der Einladung zum 50 jährigen Jubiläum war über die Fastnachtstage die Artillerie-Traditonskapelle "von- der Groeben" zum 3. Mal unser Gast. Sie spielten sich in gewohnter Manier in die Herzen der Besucher der Sitzung am Fastnachtsamstag und nahmen an den Umzügen in Mainz teil. Hier hat sich in den letzten 6 Jahren eine Freundschaft entwickelt, die hoffentlich noch viele Jahre Bestand hat. Zurückblickend war die Jubiläumskampagne 2008 ein voller Erfolg. Mit der Benefizveranstaltung für die Hechtsheimer Kindergärten am 23.02.2008 im Bürgerhaus erlebte sie ihren absoluten Höhepunkt und war gleichzeitig ein würdiger Abschluss für das Jubiläumsjahr. Im Rahmen dieser Feierlichkeiten, das zusammenfiel mit dem 30-jährigen Bestehen des Hörner- und Fanfaren-Corps, erhielt die HD eine weitere Fahne, die heute als „Kaiserfahne“ bezeichnet wird. Auf dieser Fahne sind viele Jahreszahlen zu sehen, aus denen sich die Geschichte und Tradition der Hechtsheimer Dragoner ablesen lässt. Diese Fahne sowie die Artilleriefahne wurden im Rahmen eines Gardegottesdienstes geweiht.
  • 2012 besuchte das Hörner- und Fanfaren-Corps wieder einmal unsere Freunde bei der ATK von der Groeben. Dies war für alle eine unvergessliche Reise in die Steiermark. Zum ersten Mal haben einiger Musiker beim großen gemeinsamen Musizieren auf dem Sportplatz hinter der Festhalle teilgenommen.
  • 2013 feierte die HD das 10-jährige Bestehen des Bronze-Dragoners mit einem großen Musikfest mit internationaler Beteiligung. Hierzu kamen auch Musiker aus der Schaffhausen (Schweiz).
  • 2015 „Auf einmal ist man 50….“ Wir feiern das wahre Jubiläum der Hechtsheimer Dragoner Garde.

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